KPVG #1 - Die brutale Geschichte des Fußballs
Shownotes
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Schorsch: Schließe deine Augen und stell dir vor, du bist ein einfacher Bauer im mittelalterlichen England des 14. Jahrhunderts. Es ist fast nachts Dienstag. Du stehst in einer engen, schlammigen Gasse deiner verträumten Kleinstadt. Plötzlich stürmen hunderte schreiende, verschwitzte Männer aus dem Nachbardorf auf dich zu. Es gibt keine Regeln, keinen Schiedsrichter und das Ding, das in hohem Bogen auf dich zufliegt, ist eine aufgeblasene, in Leder eingenähte Schweinsblase. Dein Auftrag, du musst sie irgendwie ans andere Ende des Dorfes prügeln, zu gewinnen. Die einzige Einschränkung? Absichtlicher Mord ist verboten. Das ist eine maßgebliche Episode aus den Ursprüngen des beliebtesten Sports der Welt. Willkommen zur verrückten Geschichte des Fußballs. Ja und damit herzlich willkommen zur ersten Folge von Kein Plan von Geschichte. Ich bin Josch und mir gegenüber virtuell sitzt der Max. Max, du darfst den Leuten mal erzählen, was es mit Kein Plan von Geschichte auf sich hat.
Max Lindlar: Ja, grüßt euch auf jeden Fall, willkommen zur ersten Folge. Mit was hat es auf sich mit der ganzen Sache? Also, wir sind zwei normale Dudes, sag ich mal, die beide, so wie der Titel von der ganzen Geschichte schon sagt, keinen Plan von Geschichte haben, aber uns trotzdem interessieren für die ganze Geschichte und gedacht haben, wir reden einfach mal ein bisschen darüber und laden das Ganze mal hoch. Das ist jetzt hier die erste Folge und ich würde einfach sagen, wir starten mal rein. Der Josh hat ja schon ein Thema rausgesucht, interessantes Thema, wo wir gleich, glaube ich, beide ein bisschen drüber quatschen können.
Schorsch: Ja, das hast du schon ganz gut umrissen. sind eigentlich zwei normale Typen. würd sagen, über die Schulbildung hinaus sind wir keine Geschichtsexperten. Aber was wir auf jeden Fall sind, ist stark interessiert am Thema. Ich würd in dem Kontext auch behaupten, dass ich mich vielleicht ein bisschen mehr interessiere. Aber dass ich dir auch gern davon berichte, was ich höre, zum Beispiel in anderen Geschichtspodcasts. Und dass mir da irgendwie so ein bisschen ne Lockerheit fehlt in dem Podcast, die es gibt. Und da dachte ich, ist doch ne gute Idee.
Max Lindlar: Würde ich auch sagen, ja.
Schorsch: Wenn wir uns schon immer drüber unterhalten, da vielleicht einen Podcast draus zu machen. Und da wollte ich dich direkt mal fragen, wie hat dir denn das Intro gefallen?
Max Lindlar: Also für das, es hier die Anfänge sind, war das super. ich denke mal, jeder kann direkt mit dem Thema ein bisschen was anfangen, weiß was es geht und hat dann noch unser überragendes Intro dazu noch gehört.
Schorsch: Ja was würdest du denn sagen? Kennst du dich mit den Ursprüngen des Fußballs gut aus?
Max Lindlar: Also, ich liebe Fußball. So wie du auch, wie ich das weiß. Aber ich muss ehrlich gestehen, über die Entstehung... Ich hab mal einen Film geguckt, Aber das ist bestimmt schon 10, 15 Jahre her. Also... Ich weiß noch... Hat das nicht auch irgendwas mit Gläubigen zu tun? Also mit Priestern oder so irgendwas damals noch? Das ist jetzt einfach nur mal was ich noch so in meinem Kopf habe von einem Film.
Schorsch: Ja, ich merk schon, kein Plan von Geschichte trifft hier ganz gut zu. Aber wenn ich dir das Stichwort irgendwas mit England gebe, ich glaub, das hat jeder irgendwo in sich drin, dass er weiß, dass das irgendwas mit England zu tun hat. Aber mehr, bin ich ehrlich, hatte ich vorher auch keine Ahnung und hab die Recherche zum Thema wirklich sehr interessant empfunden. Aber bevor wir jetzt wirklich ins Thema reinstarten, Max, wir haben ja auch noch uns ein bisschen Formate, beziehungsweise ein Format überlegt.
Max Lindlar: Ja gut, England ist klar, Football is coming home. interessant. Genau.
Schorsch: den Podcast etwas spannender zu gestalten. Und zwar haben wir ihn gamifiziert, wie man das heute so schön nennt, und zwar mit einem Frageformat. Im Prinzip habe ich in diese Folge fünf Fragen eingewebt, die jeweils 100 Punkte bringen. Aber der Kniff an der ganzen Sache ist, jetzt am Anfang stelle ich dem Max gleich eine Schätzfrage. Diese Schätzfrage kann man entweder sehr gut, gut, mittel oder sehr schlecht beantworten. Das heißt, ein direkter Hit gibt dreifache Punkte. Im 20-Prozent-Bereich der Schätzfrage gibt es zweifache Punkte. Wenn man in 20 bis 80 Prozent um die Frage herum ist, normale Punkte, also mal eins. Und wenn man außerhalb von 80 Prozent ist, dann werden die Punkte sogar halbiert. Also, das heißt, wenn jetzt eine Jahreszahl kommt und man 100 Jahre um die Jahreszahl raten muss, sprich 50 nach oben, 50 nach unten, dann wäre zum Beispiel über ...
Max Lindlar: Dann bin ich mal gespannt.
Schorsch: 50 Jahre verschätzt, komplett außerhalb der Punkte und man würde die Punkte halbiert kriegen. Und wir haben uns auch überlegt, dass wir diese Punkte über die Folgen aufsummieren. Wer macht mehr Punkte, treten sozusagen gegeneinander an. Und wer nach 10 Folgen mehr Punkte hat, gewinnt und der, verliert, muss irgendwas machen. Was genau das ist, haben wir uns noch nicht so genau überlegt. Könnt ihr ja mal in die Kommentare schreiben. Falls es, ja auf Spotify gibt es Kommentare.
Max Lindlar: Genau. Genau, richtig. Richtig, richtig.
Schorsch: Und ansonsten ist unser Format einfach, dass wir uns Woche für Woche gegenseitig eine Episode aus der interessanten Geschichte der Menschheit vortragen. Das kann mal ein wirklich geschichtliches Event sein, wie zum Beispiel die Ermordung Cäsars oder sowas. Aber auch sachbezogene Dinge oder eventbezogene Dinge. Und heute fange ich mal an mit der Geschichte des Fußballs. Ich dachte, das wäre naheliegend, da wir da beide eine Verbindung zu haben. Aber jetzt will ich...
Max Lindlar: Da hast auf jeden Fall ein interessantes Thema rausgesucht. Oh Gott, oh Gott, oh Gott.
Schorsch: Jetzt will ich gar nicht so viel schwafeln, Max. Wir starten mit der Schätzfrage. Und zwar... Die Schätzfrage lautet... Das erste offizielle Fußballländerspiel. ⁓
Max Lindlar: Das erste Länderspiel. Okay, weil es ist jetzt bisschen geschwafelt und alles drum dran. Ich glaube, es gab also erstmal Clubs. Also ich glaube, war noch nicht so ein ganzes Nationenthema. Sondern ich denke, das war erst später. Du hast ja gesagt, 14. Jahrhundert, Oder? Oder 1400?
Schorsch: Ja.
Max Lindlar: Ich glaube aber, die haben lange gebraucht sich vom Rindermarken bis zum Ball zu entwickeln. Ich sag jetzt einfach mal...
Schorsch: Ja im Intro ist das gefallen, ja.
Max Lindlar: Ich weiß nicht, WM und so war alles, glaube ich, 1900, ich sag jetzt mal 1800. 18 1850
Schorsch: 1800 ist richtig, aber es ist 1872. Und mit 1850 liegst du im 20-80 %-Bereich. Das heißt normale Punkte für dich.
Max Lindlar: Okay. Ja, okay. Das freut mich doch, das freut mich doch. Das sieht in nächsten Folgen auf jeden Fall glaub ich, weiter aus interessanter aus bei mir. Das freut mich.
Schorsch: Ja. Also du kriegst auf jeden Fall mal normale Punkte und noch ein paar random facts zu diesem Spiel. Es war Schottland vs. England in Glasgow. 4000 Zuschauer und endete 0 zu 0.
Max Lindlar: Ja gut. Ja, und hatte das religiöse Hintergründe noch, dass die das gegeneinander gespielt haben, weil das war ja damals auch so selten gegen Glasskoh und so, weil es ja auch eigentlich immer noch ein religiöses Thema.
Schorsch: Ja, aber das ist ja innerhalb von Schottland. ja, das hab ich jetzt nicht ergründet, wie genau das zusammenhing. Ich weiß nur, dass dieses Spiel da stattfand. Und das ist sozusagen unser Anfangspunkt der Folge und auch der Endpunkt. Also da hören wir dann auf mit der Geschichte des Fußballs, es ab da dann trivial wird, wie man so schön sagt. Also Max, ich starte mal rein. Sperr die Lauscher auf. Fußball ist nicht nur irgendein Spiel, sondern ein wandelbares Konzept.
Max Lindlar: Okay. Das war das erste. Cool. Ja, ich bin gespannt. Ich hab's ja aufgespannt.
Schorsch: Kinder und Erwachsene auf der ganzen Welt spielen es, wenn es sein muss mit einer Dose, einem Papierball oder was sich eben sonst noch so kicken lässt. Als Tor können im Zweifel Stöcke, Pullover, Flaschen oder Kreidezeichnungen an der Wand verwendet werden. Die Regeln sind im offiziellen Wettbewerb heutzutage zwar klar definiert, aber wenn man in der Freizeit Fußball spielen möchte, kann man das machen wie man will. Jeder der in seiner Jugend gekickt hat, kennt Spiele wie Mini-WM, Brasilianer, Latten schießen und viele viele weitere. Alles auf seine Art und Weise verschieden. Aber im Kern liegt ein Grundsatz. Es macht Menschen auf der ganzen Welt unglaublich viel Spaß mit dem Fuß gegen etwas Ballartiges zu treten und daraus Spielformen zu entwickeln. Stimmst du dem Ganzen zu? Oder werden da Erinnerungen wach?
Max Lindlar: Ja, definitiv. Einige Erinnerungen, roter Platz, Beispiel, die wissen, was ich meine. Ja, jeden Fall. Königsschießen, 100 %ig. Alles mitgemacht.
Schorsch: Okay und Max würdest du mir auch zustimmen, wenn das denn so simpel ist das Spiel, einfach irgendwie zu kicken mit egal was man hat, dann liegt es ja eigentlich auch nahe, dass ältere Völker, also viele Jahrhunderte zurück schon auf die ähnliche Idee gekommen sind vielleicht irgendwas zu kicken.
Max Lindlar: Ja, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass da nicht der erste in Englander war, der da gegen was getreten hat.
Schorsch: Ja, da hast du schon eine ganz gute Spur. Ich hab nämlich nach den absoluten Anfängen gesucht. wirklich ... Stunde Null des Fußballs. Und Max, da müssen wir direkt zu Beginn einen riesigen Mythos zerstören. Fußball ist gar keine rein englische Erfindung.
Max Lindlar: Oje, oje, oje, oje. Ich bin immer gespannt. Okay,
Schorsch: Wenn wir den absoluten Uropa unseres heutigen Fußballs suchen, müssen wir stattdessen extrem weit zurückreisen. Und zwar ins antike China. Genauer gesagt in die Han-Dynastie, so das dritte Jahrhundert vor Christus. Dort gab es den Aufzeichnungen zufolge ein Spiel namens, deutsch ausgesprochen, Kuyu, richtig ausgesprochen, Tsu-Ju. Tsu-Ju, ich hoffe, ich hab's richtig ausgesprochen. Tsu-Ju ...
Max Lindlar: was. Das war gut ausgesprochen, er hat sich auf jeden Fall richtig angehört.
Schorsch: heißt übersetzt so viel wie den Ball mit dem Fuß stoßen. Hast du eine Idee was das für ein Spiel gewesen sein könnte oder wozu es gedacht war?
Max Lindlar: Okay. Vielleicht, was ich mir darunter vorstellen könnte, wäre vielleicht so ein Spiel, wo man den Ball auf einen gewissen Punkt passen, also zumindest mit seinem Fuß da hinschieben musste, eine gewisse Punktzahl zu erreichen, quasi wie so ein Säckchen werfen oder so irgendwas, bloß halt mit einem Ball. Sowas könnte ich mir vielleicht vorstellen. Ich denke mal, Tore. Tore war noch nicht involviert in ganzen Sache.
Schorsch: Ja, natürlich nicht ganz getroffen. Also ich mach einfach mal weiter. Anders als der Fußball wie wir ihn kennen, war das nämlich kein Freizeitsport, sondern ein knallhartes militärisches Trainingsprogramm. Soldaten sollten damit ihre Beine trainieren, die Flexibilität steigern und sich im Winter warm halten.
Max Lindlar: Ja, das ist ... Macht Sinn.
Schorsch: Aber wie genau wurde Choo Choo gespielt? Das Equipment war für damalige Verhältnisse schon richtig gut. Spielgerät der Wahl war meist ein handgenähter Lederball, der mit Federn Tierhaaren ausgestopft wurde. Das Spielfeld war ein Platz, der sogenannte Choo Chang. Diese Plätze waren meist rechteckig und oftmals von einer niedrigen Mauer umgeben. Von der Größe her kann man sich das in etwa so vorstellen wie ein halber moderner Fußballplatz wie wir ihn kennen. Die Tore waren feine Seidennetze mit einem kleinen Loch in der Mitte, oft nur etwa 30-40 cm im Durchmesser. Diese Netze waren zwischen zwei Bambusstangen aufgespannt und bis zu 10 Meter hoch in der Luft. Jetzt kommt aber die wichtigste Regel, die das Spiel zum Vorfahren unseres Fußballs macht. Die Hände waren absolut verboten. Kopf, Schulter, Knie und insbesondere der Fuß waren hingegen erlaubt. Das Ziel des Spiels war, wie man sich vielleicht schon denken kann, den Ball durch das Loch zu befördern. Was sagst du dazu?
Max Lindlar: ⁓ okay. Mhm. Also wesentlich schwieriger. Wesentlich schwieriger sogar.
Schorsch: Wesentlich schwieriger und ein großer Bestandteil des Spiels war auch den Ball hoch zu halten und dann durchpassen und so weiter, dann in dieses hohe Loch zu befördern.
Max Lindlar: Also quasi war damals mehr Skill notwendig als heutzutage.
Schorsch: Ja, ich hab jetzt keine Videos mehr davon angeschaut, aber so wie ich mir das zu Gemüte geführt hab, war das schon ein anspruchsvolles Ding. Und genau dieses Spiel wurde im Verlauf der Zeit derart beliebt, dass es sich etwas wandelte und vom Militär an den kaiserlichen Hof überschwappte, sodass später sogar professionelle Tsuchu-Teams gegründet wurden. Am kaiserlichen Hof spielte man vermehrt eine kooperative Variante von Tsuchu.
Max Lindlar: Ja, interessant. Mhm.
Schorsch: Das heißt, den Ball so lange wie möglich mit mehreren Personen hochhalten, aber ohne dabei auf Tore zu schießen. Also, das Spiel hat angefangen als militärisches Drill-Training und wurde dann über den kaiserlichen Hof, da wurden die Tore dann weggenommen und dann war es eigentlich so eine Art Hacky-Sack zur Belustigung des Kaisers. Und genau zu dieser Spielart habe ich ein paar detailliertere Informationen gefunden.
Max Lindlar: Mhm. Ja, ja, okay.
Schorsch: die uns zu unserer ersten Frage führen.
Max Lindlar: Ohje. Okay, ich bin gespannt. Josch.
Schorsch: Max, wenn bei diesem feierlichen kaiserlichen Kick einer patzte und den Ball auf den schicken Palastboden fallen ließ, was war eine historisch belegte gängige Strafe für diesen Fehler?
Max Lindlar: Ich nehme mal an keine rote Karte.
Schorsch: W war es A. Er bekam das Gesicht mit Puder bemalt. W es B. Er musste die traditionelle Schandgeige, schweres Holzbrett den Hals tragen. C. Er musste als Entschuldigung die Kosten für das Essen nach dem Spiel übernehmen. Oder D. Er musste im nächsten Spielzug mit zusammengebundenen Händen antreten.
Max Lindlar: gut Hände, durfte ja sowieso keiner benutzen.
Schorsch: Naja, aber die Koordination wird's ja schon einschränken.
Max Lindlar: Ja, Nerven tut's auf jeden Fall, ja. Puderzucker, brennt. Oder das war Puderzucker, ne? Oder P... Ach, also einfach nur Puder. Ja, okay. Aber das ist auch... Ja, weiß nicht. Das andere, also dieses, dieses, äh... Hier. Die Schandgeige, wäre natürlich am brutalsten und wäre auch irgendwie der Zeit... ...am angemessensten die Antwort wahrscheinlich. Ähm... Aber... Gut, das war ja das Militär und ich weiß nicht, ob man dann Militär selber so schwächen möchte.
Schorsch: Nee, Puder. Einfach nur Puder. Die Schandgelge. Aber hier sprechen wir vom kaiserlichen Hof, nicht vom Militär. Jaja, zu lustig.
Max Lindlar: okay, also es war schon zur Belustigung, es war dann nicht mehr militär. Okay, okay. Ja gut, dann... Was war das letzte noch? Genau.
Schorsch: Also wir haben Puder, Schandgeige, Kosten für Essen oder zusammengebundene Hände.
Max Lindlar: Ich bin jetzt schon mal eigentlich relativ skrupellos. Ich sag jetzt einfach mal hier, da gab's direkt die Schandgeige ins Gesicht.
Schorsch: Und damit, Max, du das erste Mal eine Frage falsch beantwortet.
Max Lindlar: Scheiße. Ja gut, werde das jetzt gewusst.
Schorsch: Richtig wäre, richtig wäre A, er bekam das Gesicht mit Puder bemalt. Ich erkläre es nochmal etwas genauer. An dieser Stelle sei aber erwähnt, die ersten Überlieferungen von Tsuchu stammen aus einer Episode die Zeit von 300 v. Chr. Nun wollte ich aber unbedingt etwas genauer wissen, was es damit aussichert und habe dafür aufgrund der Quellenlage einen kleinen Zeitsprung gemacht. Die Bestrafung aus der Frage ist aus der Song-Dynastie überliefert und fand genauer gesagt am Hofe von Kaiser
Max Lindlar: Nau.
Schorsch: Hui Zong, so ⁓ 1100 n. Chr., also schon ein bisschen später, statt. Hui Zong war ein absoluter Lebemann. Er liebte Kunst, Kalligraphie, Frauen und eben auch Tsuchu. Alkohol spielte bei dem festlichen Tsuchu eine große Rolle. Das Match begann den Quellen zufolge erst, nachdem alle Anwesenden bereits ihre sechste Tasse Wein getrunken hatten. Die Spieler und das Publikum waren also schon komplett angetrunken, bevor überhaupt der erste Ball flog. So, Max.
Max Lindlar: Mh. Die Tradition wurde übernommen.
Schorsch: Siehst du da gewisse Parallelen? Siehst du gewisse Parallelen zu heutigen?
Max Lindlar: Definitiv, definitiv. Also auf dem Platz vielleicht nicht, aber ⁓ Aber gut, ist auch schon vorgefallen, definitiv. Aber ja, also das ist eine Tradition, die hat sich gehalten, definitiv.
Schorsch: Im Amateurfußball bestimmt auch schon vorgekommen. Ja, aber in dem Fall nur eine kleine Randnotiz. Wenn dann eine Mannschaft verlor oder ein Spieler im kooperativen Spiel patzte und den Ball fallen ließ, gab es die offizielle Bestrafung zur Belustigung des Kaisers. Das Verliererteam wurde meist mit Bambusstöcken ausgepeitscht und bekam dann auch noch das komplette Gesicht mit dickem Puder in gelber oder weißer Farbe beschmiert.
Max Lindlar: Und war dieses Puder so brutal oder wie? Oder soll es einfach bloß stillen?
Schorsch: Ich glaub, da ging's... Also, ich weiß es jetzt nicht faktisch, aber ich glaub, da ging's einfach Bloßstellung. ähm, ja, Auspeitschen mit Bambusstöcken ist ja jetzt auch nicht gerade nett.
Max Lindlar: Ja? Okay. Nöööö
Schorsch: Man muss zur Geschichte des Fußballs und ihrem absoluten Ursprung aber noch anmerken, auch andere Kulturen hatten in ihrer Existenzgeschichte schon fußballähnliche Spiele. Und auch diese waren teilweise sehr alt. Heisekandidaten dafür kommen insbesondere aus Mittel- und Südamerika. Zum Beispiel die Guarani, ein Volk aus Paraguay, aber auch die Aztegen und Mayas hatten fußballähnliche Spiele. Es ist also stark davon auszugehen, dass diese schon lange Zeit vor der Ankunft der Europäer gekickt mangelnder Quellen ist dies aber nicht lückenlos nachweisbar. In der Frage nach dem Allerersten musste letztlich eine sehr bekannte Organisation eine endgültige Entscheidung treffen. Max, was denkst du denn, welche Organisation hat hier das letzte Wort gehabt, wer der Allererste war, der Fußball gespielt hat?
Max Lindlar: Keine abcd Einfach so okay, also es ist keine offene frage Damals oder jetzt ja jetzt wer jetzt quasi retrospec erzähl du ihr Okay, okay
Schorsch: Nee, offene Frage. Also heute wurde, es wurde quasi in der jüngsten, ja, wer retrospektiv entschieden hat, wer der erste war. Welche Organisation könnte das gewesen sein?
Max Lindlar: Gut.
Schorsch: Brauchst du jetzt gar nicht so lange überlegen. Ich nehm's mal vorweg. Das letzte Wort in dieser Frage hatte natürlich die FIFA. Im Jahre 2004 und nach langer Prüfung wurde ganz offiziell anerkannt, das chinesische Zuchu ist die älteste nachweisbare Form des Fuchsballs.
Max Lindlar: Nenele! Ja, okay, gut. Ich hab das wäre zu obvios gewesen, aber okay. Also okay, also die haben dann gesagt, es ist die älteste Form. Also ohne Südamerika oder so,
Schorsch: Ja, aber hier ist eher, also wenn wir von Fußball sprechen, dann hat ja jeder seine eigene Definition, gibt ja auch dieses Soccer-Football-Thema und so weiter, aber Fußball-Kicken mit dem Fuß, Hände verboten. Also das Konzept Fußball. Jetzt drängt sich natürlich eine große Frage auf. aus dem Intro zu tun? Stehen die beiden Kulturen in direkter Verbindung? Max, was denkste?
Max Lindlar: Ja. Ja, ja. Ok, sehr interessant. Inwiefern? Wie meinst du das?
Schorsch: Naja, jetzt waren die Chinesen die ersten, es gemacht haben. Denkst du, das hängt irgendwie mit England zusammen oder eher nicht?
Max Lindlar: Nö, glaub ich nicht.
Schorsch: Und so lautet auch die klare wissenschaftliche Antwort, nämlich nein.
Max Lindlar: Ja, das ist denke ich einfach Zufall gewesen.
Schorsch: Dass sich diese Spiele edeln, ist wohl eher ein reiner Zufall der Geschichte und entspringt dem Unstand, dass Menschen weltweit wohl einfach schon immer Spaß dabei hatten einen Ball zu treten. Der Eng-
Max Lindlar: Es ist aber auch so, Das erste, man als Kind macht, dass man in einem Stein sieht, ist einfach dagegen zu treten. Ja, 100 %ig.
Schorsch: Ganz genau, ich glaube, ist was, ja, Evolutionäres was schon. Der englische Fußball bzw. die Wurzeln des Fußballs, wie wir sie kennen, liegen also definitiv nicht in Asien. Aber woher kommen sie sonst? Genau das bringt uns zu unserer zweiten Frage. Lieber Max, was denkst du, welche Völker und Kulturen haben laut Historikern am wahrscheinlichsten den Grundstein für die wilden englischen Ballspiele aus dem Intro gelegt?
Max Lindlar: Mhm.
Schorsch: Waren es a. die Wikinger und Normannen? Waren es b. die Dänen und Angelsachsen? Waren es c. die Römer und Kelten? Oder waren es d. die Hunnen und Mongolen? Jetzt nehme ich mal mit in dein Ausschlussverfahren.
Max Lindlar: Also, jetzt haben wir ja gerade China gehabt, Wann war das? 300 vor oder nach Christus? Vor. Also, ewig lang her. Mongolen war ja viel später. Mongolen und Ding würde ich ausschließen, weil die Zeitspanne ein bisschen zu lang zwischendran ist. Es ist aber auch keine einfache Frage. Da muss ich mir für die nächste Folge auch ein ordentliches ausdenken. Dann könnten es von den anderen drei, könnten es alle sein, weil sie alle mal irgendwo eine englische Insel besetzt haben.
Schorsch: Hehehehe Also, ich... Ich hatte die Frage tatsächlich in einfacher und dachte mir das wäre zu easy, weil da waren noch die Ägypter dabei und sowas und da dachte ich, ja komm, dass die Ägypter jetzt da nicht unbedingt mit England zusammenhängen, das weiß man. Also ich lese nochmal vor.
Max Lindlar: Hahaha Ja. Ja, ich nehme die Angelsaxen. Das sind halt die...
Schorsch: Die Dänen und die Angelsachsen sagst du? Auch leider falsch. Es waren die Römer und Kelten. Aber Max, ich dachte, da kannst du drauf kommen. Da gab's doch neulich den Anime, den wir beide geguckt haben, von dem ich gerade den Namen vergessen hab. Hier mit Windland Saga. Und da ging's doch auch die Römer in England. Da dachte ich, vielleicht kommst du drauf, dass die Römer ...
Max Lindlar: Ja, ja. Einfach. Hmpf! Ja wieso, erklär mir. Ja, Windlandsager. Ja. Ja gut, aber da geht's auch Wikinger und da geht's auch Angelsachsen. Ja gut.
Schorsch: Ja, aber hast du da nen Ball gesehen? Also leider falsch. Vielleicht müssen wir an der Schwierigkeitsschraube noch mal ein bisschen anders drehen.
Max Lindlar: Ja alles gut, ist ja okay, es macht doch nichts. Das sind ja sehr interessante Fragen, das ist ja besser.
Schorsch: Aber ja, ich gebe mal ein bisschen Kontext dazu. Als die Römer ab dem Jahr 43 nach Christus Britannien eroberten, brachten die Legionäre ihren eigenen Sport namens Harpastum mit. Harpastum kommt ursprünglich aus dem Griechischen. Übersetzt bedeutet das wörtlich so viel wie rauben, wegreißen oder schnappen. Stell dir das vor wie ein extrem gewalttätiges Rugby auf einem staubigen Feld. Der Ball war klein, hart und mit Haaren oder Schwämmen gestoppt.
Max Lindlar: Mhm. Mh!
Schorsch: Es ging extrem physisch zur Sache, also viele Ringen und viele Tacklings. Die Soldaten nutzten es auch in diesem Falle, insbesondere für den Nahkampf im Krieg fit zu bleiben. Also es scheint so, dass altertübliche Völker...
Max Lindlar: Ja, die haben halt nur den Nutzen draus gesehen. haben kein Entertainment-Value draus gesehen. haben nur gesehen, aha, okay, hier können wir beide trainieren. So hört sich das an. Ja, ja, okay.
Schorsch: Ja genau, also so könnte man das festhalten. Und auf der anderen Seite, das waren ja nicht nur die Römer, sondern auch die Kelten die richtige Antwort, auf der anderen Seite waren da die Kelten, sozusagen die damals Einheimischen auf der englischen Insel. Kennt man ja Celtic, Celtic Glasgow zum Beispiel. Die Kelten kannten ebenfalls das Konzept des Balles,
Max Lindlar: Mhm. Ja.
Schorsch: Aber bei ihnen hatte das damit verbundene Spiel einen eher mystischen Hintergrund. Konkret gibt es Hinweise darauf, dass sie bei heidnischen Fruchtbarkeitsritualen Bälle durch die Gegend warfen oder kickten. Der Ball symbolisierte bei eben diesen Ritualen womöglich die Sonne und wer den Ball über eine bestimmte Grenze brachte, sicherte seinem Dorf eine gute Ernte.
Max Lindlar: Mhm. Okay. Ja, ich mein, wir haben ja in allem was gesehen früher, ne?
Schorsch: Historiker und Archäologen sind sich heute recht sicher, dass diese beiden Kulturen die Entwicklung des britischen Fußball maßgeblich geprägt haben. Es gab natürlich nicht den einen Tag, dem jemand sagte, so wir erfinden jetzt den nächsten Schritt in Richtung modernen Fußball. sondern es war vielmehr ein fließender, jahrhundertelanger Prozess, der sich folgendermaßen erklären lässt. Die Einheimischen haben das brutale römische Militärspiel gesehen, es mit ihren eigenen Ritualen vermischt und daraus ihr ganz eigenes Ding gemacht. Ich denke, das ist grundsätzlich nachvollziehbar, oder?
Max Lindlar: Mhm, ja, macht Sinn.
Schorsch: Und dieses eigene Ding eskalierte dann im Englischen Mittelalter und der nächsten Evolutionsstufe des Fußballs komplett. Aus den alten Ritualen wurden plötzlich gewaltige, brutale Dorfschlachten. Hunderte Männer prügelten eine Schweinsblase kilometerweit von einem Dorf zum nächsten und das Spielfeld war die Landschaft dazwischen. Der moderne Fachbegriff für dieses Chaos lautet Mob Football, also Pöbelfußball. Hat man vielleicht schon mal gehört.
Max Lindlar: Das gibt's immer noch, oder? Ich hab nämlich letztes Video gesehen, wo die Engländer durch verschiedene Dörfer gelaufen sind und in irgendeinem Ball oder irgendwas hinterhergejagt sind.
Schorsch: Ja. ⁓ das erhört ja die Chancen für die nächste Frage enorm. Und damit sind wir exakt bei den beschriebenen Szenen aus unserem Intro angekommen. Diesem Mob Football widmen wir uns im weiteren Verlauf etwas tiefergehend, denn hier sind wir wirklich nah am Ursprung des Spiels, wie wir es heute kennen. Bevor wir das aber tun, kommt nun erstmal Frage 3. Mob Football ist wie bereits erwähnt ein Begriff, der heutzutage für derartige Events verwendet wird.
Max Lindlar: Mhm.
Schorsch: Die Leute damals, also beispielsweise im 13. oder 14. Jahrhundert, nannten das Event aber meist anders. Max, jetzt kommt die Frage. Wie lautet der historisch korrekte und am weitesten verbreitete Name für dieses mittelalterliche Spektakel? Ist es A. Shrofftide Football? Ist es B. Lenton Brawl? Ist es C. Holy Wednesday Football? Oder D. Wayne Rooney?
Max Lindlar: Man ich habe gedacht ich habe schon irgendwas davon gehört Also Ja wo das spiel erfunden wurde gab es noch nicht Deswegen ist es wahrscheinlich schwierig den so zu benennen wobei die engländer bei den engländern kann ich mir alles mögliche Also das video was ich dazu gesehen habe war
Schorsch: Also hier kann man eine, denke ich, mal definitiv ausschließen.
Max Lindlar: wo der Evil Jared Hasselhoff wurde dahingeschickt. Ich hab nämlich nämlich gerade wieder dran erinnert, wurde dahingeschickt das zu spielen von Joko und Klaas. Ja. Aber natürlich hab ich mir da nicht aufgeschnappt, wie die das Ganze genannt haben. Wie waren die drei aus Awainruni nochmal?
Schorsch: ja, okay. Shrovetide Football, Lenton Brawl, Holy Wednesday Football. Ich kann dir noch einen Tipp geben, es hat etwas mit Feiertagen zu tun.
Max Lindlar: Ja, ich nehm den Holy Wednesday.
Schorsch: Ja, jetzt hab ich dich in die Falle gelockt, ohne dich die Falle locken zu wollen. Ja, ist Holy-Wednesday-Football, hab ich mir nämlich aus der Nase gezogen. Schrofftheit heißt zu Deutsch so viel wie Fastnacht.
Max Lindlar: Ja, alles gut. Ach, Scheiße.
Schorsch: Warum Shrofftide? Weil es traditionell immer am Fastnachtstdienstag direkt vorfährt.
Max Lindlar: Das hast du ja gesagt. Stimmt. gut, aber ich wusste jetzt nicht, dass Rofteid Fasching heißt.
Schorsch: Ja, hätte ich auch schwierig gefunden, bin ich ehrlich. Aber ja.
Max Lindlar: Ja, so sieht man mein Business Level für den ganzen Spaß hier.
Schorsch: Warum Shroftide? Weil es traditionell immer am Fastnachtsdienstag direkt vor Beginn der harten Fastenzeit gespielt wurde. Und Shroftide ist übersetzt mit dem deutschen Wort Fastnacht gleichzusetzen. Die erste wirklich konkrete, historisch dokumentierte Erwähnung eines solchen Spiels auf englischem Boden stammt aus dem Jahr 1174. Ein Geistlicher namens William Fitzsteven hielt damals schriftlich fest, wie an diesem Tag die gesamte Londoner Jugend Handwerkslehrlinge und Schüler auf die Felder vor der Stadt zogen, dort eine aufgeblasene Schweinsblase durch den Schlamm zu treten. Wir befinden uns also wirklich im tiefsten englischen Mittelalter.
Max Lindlar: Das muss ich mal vorstellen, da haben wir einfach einen Tag gewesen, wo dann alle gesagt haben, okay gut, jetzt... Geh mal Vollgas! Wohin das einfach mal ausfährt? Macher, Macher, auf jeden Fall Macher!
Schorsch: Probieren wir es mal aus. Probieren wir es einfach mal aus. Lass uns kurz mal diese extrem raue Zeit, also das 12. und 13. Jahrhundert, charakterisieren und uns anschauen, warum Shrofftide-Football so brutal eskalierte. Wir reden hier nicht von tapferen Rittern in glänzenden Rüstungen oder romantischen Burgen, sondern vom einfachen Volk. Das Leben bestand für die Allermeisten aus knochenharter, stumpfer Feldarbeit. Das englische Feudalsystem war auf seinem absoluten Höhepunkt. Die Menschen waren besaßen nichts, nicht mal sich selbst, sondern gehörten ihrem lokalen Lord. Der Alltag war von Hunger, Steuern und der extrem strengen Hand der Kirche geprägt. dir mal zu zeigen, wie komplett freudlos und brutal dieser Alltag war, habe ich dir ein echtes historisches Dokument aus dieser Epoche mitgebracht.
Max Lindlar: ⁓ da bin ich auch gespannt.
Schorsch: Es ist das sogenannte Song of the Husbandman. Das Klagelied eines einfachen englischen Bauern, der seinen Alltag im Schlamm wörtlich so beschreibt. sind von Not geplagt und in den Schlamm getreten. Der Vog des Lords jagt uns, als wären wir Tiere. Obendrein kommt der Steuereintreiber und nimmt uns auch noch das letzte. Ich muss mein eigenes Saatgut verkaufen, während mein Vieh im Dreck verendet. Es ist besser zu sterben, als so weiter zu leben. Und Max, das war die Realität. Sechs Tage die Woche von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Immer in der Angst vor dem eigenen Lord, der dir jederzeit alles wegnehmen könnte. Und da frage ich dich, was erzeugt ein derartiges Leben in einem Menschen?
Max Lindlar: Und wir heulen rum. schon eklig. Verzweiflung, Angst, Frust.
Schorsch: und Frust. Und da kommen wir auch schon zu den Beweggründen. Stell dir vor, du lebst dieses Leben. Du hast keine Rechte, keinen Urlaub, keine Hobbys. Und dann kommt dieser eine verdammte Tage im Jahr genau vor dem Start der strengen 40-tägigen Fastenzeit, an dem die Kirche und dein Lord einfach mal beide Augen zudrücken. Natürlich eskaliert das dann. Shrofftide-Football war das ultimative gesellschaftliche Ventil. Die Leute haben all ihren Frust, die Schmerzen der endlosen Feldarbeit und den Hass auf ihr eigenes elendes Leben. Einfach in diesen Sport gelegt, dem Typen aus dem Nachbardorf einmal völlig ungestraft aufs Maul zu hauen.
Max Lindlar: Geil. aber auf jeden Fall alles trifftige Gründe, so was zu veranstalten.
Schorsch: Brutal, Und jetzt... Und jetzt Max, hast du eine Idee, warum ausgerechnet ganze Dörfer gegeneinander antraten?
Max Lindlar: denke mal, war vielleicht einfach aus dem gleichen Grunde wie bei uns heute auch noch, dass man sich einfach zeigen wollte, dass man das bessere Dorf war.
Schorsch: Gar nicht so weit weg von der Wahrheit. Das lag oftmals an handfesten Nachbarschaftsstreitigkeiten und Lästereien. Damals gab es ständig lokale Konflikte Land, Wälder, Wasserrechte und auch die teilweise heute noch üblichen Lästereien über die Nachbargemeinde.
Max Lindlar: Okay. Ja?
Schorsch: Aber wie sah Shroff Tide Football denn nun konkret aus? Das Tor war einfach der Marktplatz, das Mühlrad oder die Kirche des gegnerischen Dorfes, oft 3-4 km weit entfernt. Man rannte im Prinzip als gigantischer Mob querfeldein durch Flüsse, tiefe Wälder Vorgärten von unbeteiligten Bauern.
Max Lindlar: Mhm.
Schorsch: sprechen, musst du eigentlich alles vergessen, was du über Sport weiß magst. Es gab keine Schiedsrichter, keine Linien, keine Spielerbegrenzung. Es gab de facto nur eine einzige goldene Regel. Absichtlicher Mord, also jemanden gezielt mit einer Waffe abzustechen, war verboten. Alles andere war erlaubt. Den Ball in der Kleidung verstecken? Erlaubt.
Max Lindlar: kann ich mir vorstellen. Wenigstens.
Schorsch: den Gegner mit Fäusten ins Gesicht schlagen, ihn in den Schlamm drücken oder ihm die Beine wegtreten, völlig legitim, gehörte zum guten also eher mit einer gewaltigen Wirtshaus-Schlägerei unter freiem Himmel vergleichen, bei der zufällig ein Ball anwesend war.
Max Lindlar: So sah das auch aus in dem Jokun-Klas-Video. Der Evil Jared ist ja schon ein richtiger Ochse, kennste den ja? Ja, ne? es sah schon so aus, als wäre das mit dem Morden immer noch so gewesen. Also alles darf man machen, außer jemanden umbringen.
Schorsch: Na klar. Ich glaube das ist wirklich kein Sport für zarte Gemüter.
Max Lindlar: Nee, nee, nee, nee, nee, also die haben auch alle, also fast jeder da hat auch Platz vor dem Gesicht.
Schorsch: Aber ich beschreib's dir jetzt noch mal genauer. Und zwar, um dir zu zeigen, wie extrem das damals wahrgenommen wurde, hab ich dir auch hier echter Augenzeugenberichte mitgebracht. Der Diplomat und Gelehrte Thomas Eliot, der das Spiel zutiefst verabscheute, nannte es 1531, kurz und knapp, nichts anderes als tierische Wut und extreme Gewalt. Und der puritanische Schriftsteller Philip Stubbes beschrieb dieses
Max Lindlar: Mhm.
Schorsch: In Anführungszeichen lustige Ballspiel im Jahr 1583 wörtlich so. Und wenn man das alles so hört, Max, fragt man sich vielleicht... könnte es durchaus sein, dass bei diesem Sport Leute gestorben sind. Was denkst du denn?
Max Lindlar: Ja, ich denke mal da ist der eine oder andere Mord dann doch passiert. vielleicht nicht absichtlich, aber... Stell dir mal vor, das geht durchs ganze Dorf, da fliegt dann mal einer von der Brücke, keine Ahnung, also ich denke da sind einige gestorben.
Schorsch: Da liegst du. Die wissenschaftliche und historisch belegte Antwort lautet Ja und Wie. In den alten englischen Gerichtsacken...
Max Lindlar: Hätte mich auch alles andere gewundert.
Schorsch: In den alten englischen Gerichtsakten, den sogenannten Coroner's Rolls, wimmelt es von Toten, in Anführungszeichen, Fußballern. Spieler sind in Flüssen ertrunken, weil sich der gesamte Mob im Wasser auf sie gestürzt hat, an den Ball zu kommen. Andere wurden in den engen Gassen unter der Masse einfach totgetrampelt. Es gab versehentliche Messerstiche und unzählige gebrochene Knochen. Krass,
Max Lindlar: Hm. versehentlichen Messerstiche. Ja, heftig. Also ich stell mir das vor, das war einfach jedes Mal Love Parade. Oder? Also so, so stell dir mal vor. Ja, hundertprozentig. Da gab's ja auch schon Tunneln und Brücken und allem drum und dran. will gerne... Also heftig, heftig.
Schorsch: Ja wahrscheinlich so ähnlich mit so Massen... So bisschen Massenpanik-mäßig, ja? Also die englische Feine Art, die man so oft zitiert und hört, die stammt auf jeden Fall nicht aus dieser Zeit, bin ich mir ziemlich sicher.
Max Lindlar: Na ja gut, also der englische Fußball steht ja eigentlich dafür, dass das das Faul weiter laufen lassen wird. könnte ich mir vielleicht schon vorstellen, dass diese Härte von damals irgendwoher genommen wurde. Theoretisch. Ja, das kann ich mir schon vorstellen, dass du vielleicht Einflüsse hatte. Man sagt ja, es ist ja auch so, dass der englische Fußball halt ein bisschen rougher ist.
Schorsch: Meinst dass sich das so über die Zeit in der Entwicklung gehalten hat? Na? härter ist, ja, auf jeden Fall.
Max Lindlar: kann mir schon vorstellen, dass es daraus kommt.
Schorsch: Ja, klingt auf jeden Fall plausibel. Vielleicht trinkt man einen Schluck.
Max Lindlar: Aber es ist natürlich jetzt alles ein bisschen gelaber hier, ne? Aber das kann ich mir schon vorstellen, dass es da auf jeden Fall Zusammenhänge noch gibt.
Schorsch: Ja, lassen wir das mal sacken. Wir haben hier ein Spiel, das nachgewiesen ab dem 11. Jahrhundert existierte und dann fast ein halbes Jahrtausend quasi auf der Stelle getreten ist. Es gab null spielerische oder taktische Weiterentwicklung, nur immer wieder denselben blutigen Wahnsinn auf dem Land oder in den engen Stadtgassen. Wenn man sich diese Augenzeugenberichte anhört, erinnert das einfach an absolut gar nichts, was wir heute als modernen Fußball kennen. Kein Rasen, keine Pässe, keine Taktik.
Max Lindlar: Genau.
Schorsch: Da fehlt doch was Max, oder? Da fehlt noch ordentlich was.
Max Lindlar: Da fehlt noch bisschen was bis zu unserem modernen Superfußball.
Schorsch: Also hast du eine Idee, wie es denn jetzt weitergehen könnte? Wie aus diesem Sport das wird, was wir kennen?
Max Lindlar: Naja gut, muss vielleicht... Also der erste Gedanke, wenn ich mir jetzt in die Zeit versetze und ich hätte Spaß an dem Ganzen gehabt, was da veranstaltet wurde, dann hätte ich aber gesagt, so können wir das jetzt vielleicht ein bisschen sicherer machen oder ein bisschen einfacher gestalten oder so irgendwas. ich denke mal, da waren dann schlaue Menschen unterwegs, die da vielleicht mehr drin gesehen haben als nur ein Dorf gegen Dorf-Geschichte. Und haben dann versucht, Regeln einzuführen oder zumindest irgendwie... Ja, ein Schiedsrichter. Ich denke mal, der Schiedsrichter war vielleicht vor den Regeln da.
Schorsch: Ist auf jeden Fall logisch was du sagst, aber ist nicht ganz richtig.
Max Lindlar: Okay, aber ich bin gespannt.
Schorsch: Damit aus dieser dreckigen, chaotischen Dorfschlägerei überhaupt unser heutiges, durchstrukturiertes Spiel werden konnte, musste es weg von der Straße. Es brauchte einen kompletten Tapetenwechsel und der kam dann im 19. Jahrhundert. Das Spiel wurde quasi dem Pöbel entrissen und landete an dem denkbar absurdesten Ort, den man sich nach diesen ganzen blutigen Geschichten vorstellen kann. An den extrem feinen, elitären, englischen Internaten und Universitäten.
Max Lindlar: Mhm. Ja.
Schorsch: Und wie diese reichen Schnösel den Sport dann komplett auf den Kopf gestellt haben, das schauen wir uns gleich an. Bevor wir das aber tun, noch ein kleiner Side-Fact. In einigen wenigen englischen Städtchen, wie zum Beispiel in Ashburn in der englischen Grafschaft Derbyshire, wird Shroftide Football bzw. Royal Shroftide Football bis heute jedes Jahr im Februar gespielt. Das kann man bei Interesse gerne mal googeln. Die heutigen Regeln der ganzen Sache sind...
Max Lindlar: Mhm. Ja, also...
Schorsch: Mord und Totschlag weiterhin verboten. Friedhöfe und Gedenkstätten sind absolute Tabuzonen. Du darfst den Ball nicht in einer Tasche oder unter deiner Jacke verstecken. Und es ist strengstens verboten, den Ball in ein Auto zu packen und zum gegnerischen Tor zu fahren.
Max Lindlar: vernünftig. Ja, gute Anpassung der Regel.
Schorsch: Da habe ich nachgelesen, dass die Regel wurde eingeführt. Was denkst du denn, warum?
Max Lindlar: Weil irgendjemand wahrscheinlich mit dem Auto dahingefahren ist.
Schorsch: Das mussten sie extra verbieten, weil das in den 70ern wohl ein paar clevere Jungs versucht haben. Aber weiter im Text. Wie wurde daraus nun moderner Fußballmax? Der Wendepunkt kam im 19. Jahrhundert, zur Zeit der industriellen Revolution. Die englischen Städte platzten plötzlich aus allen Nähten. Es gab Fabriken, Eisenbahnen und Kutschen. Es war schlichtweg kein Platz mehr für hunderte besoffene Männer, die an einem Dienstagmittag wild durch die Straßen rannten. 1835 machte die britische Regierung dem Ganzen ein Ende und verabschiedete den Highway Act.
Max Lindlar: Mhm. Mhm.
Schorsch: der das Fußballspielen auf öffentlichen Straßen unter Strafe stellte. auf der Straße war damit quasi tot.
Max Lindlar: Also wurde quasi damals schon der Straßenfußball versucht einzustellen.
Schorsch: Ja, also Straßenfußball, das Straßenfußball zu nennen nach heutiger Sicht ist vielleicht falsch, aber ja, es wurde einfach verboten und ich denke mal, die Gewalttätigkeit spielt da auch eine große Rolle. Auf jeden Fall wurde es politisch entschieden, aber das Spiel verschwand nicht, es zog nur ⁓ Und zwar an die sogenannten Public Schools, also die absoluten Elite Internate Englands wie Eton, Harrow oder Rugby.
Max Lindlar: Ne, natürlich nicht, aber... Ne? Also das Rumgekicke auf der Straße, sagen wir mal so. Ja, ja.
Schorsch: Die strengen Direktoren dachten sich nämlich, Moment mal, dieses brutale Bauernspiel ist eigentlich die perfekte Methode, aus unseren verwöhnten reichen Internatsschnöseln harte Männer, disziplinierte Teamplayer und künftige Offiziere des British Empire zu machen.
Max Lindlar: Also ganz kurz, wie hieß die Uni? Rugby. ⁓ ja, alles klar.
Schorsch: Oder der Ort, in dem die Schule ist, heißt Rugby so. Hierbei gab es aber eine übergeordnete Komplikation. Jedes dieser elitären Internate erfand für sich komplett eigene Regeln. In der Schule der Stadt Rugby zum Beispiel war es erlaubt, den Ball einfach in die Hand zu nehmen und damit loszurennen. In der Schule Eaton hingegen durfte man den Ball strengstens nur mit dem Fuß spielen. Hast du eine Idee, wo das hinführen könnte oder was nun folgt, Max?
Max Lindlar: Mhm. Ja, das ist doch relativ einfach, da was Schluss zu folgern. Ich denke mal, dass dann daraus die zwei Sportarten Fußball und Rugby entstanden sind. Dankeschön.
Schorsch: cleveres Kerlchen. Das übergeordnete Problem manifestierte sich dann, wenn diese Jungs ihren Schulabschluss machten und an den großen Universitäten wie Cambridge aufeinandertrafen. Stell dir das vor, Max. Die Studenten kommen aus allen Landesteilen zusammen und wollen nachmittags Park einfach eine Runde spielen. Der Absolvent aus Eaton dribbelt den Ball am Fuß, weil er das jahrelang so gelernt hat. Und plötzlich wird er von einem Ex-Schüler aus Rugby hart getackelt. der den Ball ganz selbstverständlich in die Hand nimmt und damit losrennt. Das... das endete regelmäßig im völligen Chaos. Und in handfesten Streitereien. Spiele waren praktisch unmöglich, weil auf dem Platz buchstäblich zwei völlig unterschiedliche Sportarten aufeinandertrafen und niemand wusste, nach welchen Regeln jetzt eigentlich gespielt werden soll. Was wurde dann gemacht, Max?
Max Lindlar: muss ja auch was gewesen sein. Ja. Ich denke mal, da hat man sich zusammengesetzt, weil man halt gedacht hat, können wir auch mehr daraus machen, als jedes Mal eine Schlägerei anzuzetteln. Und dann haben sie gesagt, gut, wir teilen das Ganze vielleicht mal auf in zwei verschiedene Sachen.
Schorsch: Es nah an der Realität. Es musste also dringend eine Lösung her. Am 26. Oktober 1863 trafen sich deshalb die Kapitäne der wichtigsten Vereine und Schulen an einem nasskalten Montagabend in einem Londoner Pub, der Freemasons Tavern. Dort wollten sie ein für alle Mal einheitliche Regeln aufschreiben und gründeten die Football Association, kurz FA.
Max Lindlar: Okay, sehr gut. Ja, es wird ein Schuh draus.
Schorsch: Am selben Abend kam es in der Kneipe dann aber noch zu einem der wichtigsten Streits der Sportgeschichte. Es gab eine Fraktion, die wollte unbedingt, dass man den Ball weiterhin in die Hand nehmen darf. Und dem Gegner absichtlich gegen die Schienbeine treten war auch... War auch eine Forderung.
Max Lindlar: War auch drin. Okay.
Schorsch: Dieses gegen die Schienbeine treten nennt man übrigens im Fachschocker Hacking.
Max Lindlar: ⁓ war Dieter Hacking.
Schorsch: Ja, so. Als dann aber die Mehrheit im Pub dieses Hacking und das Handspiel endgültig verbot, verließ die unterlegene Fraktion wütend und erboßt die Taverne. Das war der Moment der endgültigen Spaltung, lieber Max. Die Jungs, die im Pub blieben, spielten ab da den Association Football. Also das Regelwerk haben sie Association Football genannt. Und jetzt kommt's...
Max Lindlar: Der FA Cup heißt ja auch noch, also FA gibt's ja immer noch.
Schorsch: Max, jetzt kommt's. Association Football. Aus diesem Association Football hat sich das amerikanische Wort Soccer abgeleitet. Also sie haben aus Association irgendwie über Jahre Dialekte, hat sich irgendwie, ja, hat sich Soccer herausgebildet. Also daher kommt das mit Soccer, Football und so weiter.
Max Lindlar: ⁓ ja okay, aha, ja, ja gut, die Amerikaner, Entschuldigung.
Schorsch: es noch mal klarzumachen, aus Association Football wurde Soccer. Und man kennt ja diese Debatte in Fußballkreisen zwischen Football und Soccer. Daher kommt's.
Max Lindlar: Mh. Ja, aber interessant, dass es dann da herge- also, ja, macht Sinn auf jeden Fall, also, es macht dann- macht dann sogar Sinn, dass das ganze Soccer heißt, Irgendwo.
Schorsch: Und jetzt noch mal eine offene Fragestellung zum weiteren Verlauf. Was haben die wütenden Ausreiser gemacht, die nicht zufrieden waren mit dem, was in der Taverne beschlossen wurde?
Max Lindlar: Sie haben dann ein good old rugby angefangen zu spielen.
Schorsch: Die trafen sich wenig später und gründeten offiziell die Rugby Union. Aus einem einzigen chaotischen Spiel wurden an diesem Abend also zwei Weltsportarten geboren.
Max Lindlar: Wobei ich Rugby echt interessant finde. Ich finde es immer so krass wie die, die dann vor das Tor laufen und vor dem dann volles Karacho einen Abschlag ins Tor ballern.
Schorsch: Ich find bei Rugby interessant, dass die alle so ne... Die sind ja anatomisch gefühlt anders als normale Menschen. Die bestehen ja zu 80 % aus Oberschenkeln.
Max Lindlar: Ja, ja, ja,
Schorsch: obwohl Rugby viel härter ist als Fußball, ist es viel sportmännischer. Also da gibt es keine Schwalben, weil es halt gar nichts bringt.
Max Lindlar: Ja, aber der kann wahrscheinlich gar keine Schwalbe machen, weil der andere halt einfach mit 250k auf dich zu gerannt kommt. Ohne Gnade.
Schorsch: Ja eben. Ja Max, jetzt ist noch die Frage, wie sah Fußball nach Association-Football-Regeln denn überhaupt aus?
Max Lindlar: Also es gab bestimmt, es gab auf jeden Fall kein Upside.
Schorsch: Ich trage es dir mal vor. Zusammengefasst, kein Treten gegen die Schienbeine mehr, kein Beinstellen und vor allem durfte kein Feldspieler den Ball mehr in die Hand nehmen und damit rennen. Das war revolutionär. Aber wenn du dir ein Spiel von damals anschaust, würde man sich heutzutage wohl sehr wundern. Es gab nämlich noch keine Querlatte am Tor. Man konnte den Ball 20 Meter hoch in den Himmel schießen. Solange er zwischen den Zweifosten durchflog, war es ein Tor.
Max Lindlar: Ja, gerne. Mhm. Mhm. Fertigermos. Ja. Krass. quasi einfach wie das Football-Tor in Amerika. So, Ja. Mhm. Okay.
Schorsch: Ja, so hätte der Elfmeter auf jeden Fall gepasst. Aber dennoch... Ja, so kann man sich das ungefähr vorstellen. Aber dennoch Fortschritt erkennbar, endlich hatten alle ein konsistentes Regelwerk und das hieß, sie wollten sich endlich professionell messen, denn wenn man gleiche Regeln hat, kann man auch auf gleichem Niveau sich gegeneinander betteln und duellieren. 1871 stampfte die FA den FA Cup aus dem Boden. Das erste große Pokalturnier der Welt und weil das so durch... 1871, ja.
Max Lindlar: 71 Okay, ein Jahr quasi vom ersten Länderspiel. Hm, cool.
Schorsch: Ganz genau. Und weil das so durch die Decke ging, dachte man sich nur ein Jahr später, hey, lass uns doch mal die besten Spieler Englands gegen die besten Spieler Schottlands antreten. Lassen. Und zack, wir schreiben den 30. November 1872, wir sind im schlammigen Glasgow und es ist der Startschuss für den internationalen Fußball. Die Schotten spielten mit einer Art 2-2-6-Formation und die Engländer... liefen in einem 1-1-8-System auf. Also 8 Stürmer. Also sehr, sehr offensiv. Es gab quasi keine Pässe, jeder schnappte sich den Ball und dribbelte blind nach vorne. Der Eintritt kostete einen Schilling und das sind heute ungefähr 8,50€. Und das wäre heutzutage ein Schnapper für ein Länderspiel.
Max Lindlar: Manche Trainer spielen heutzutage immer noch so. Mhm. What? Ja, ja, ja. Aber trotzdem teurer als gedacht. Also, stellen wir mal, die haben 1-1-8 und 2-2-6 gespielt oder was auch immer. Und die haben dafür Geld bezahlt.
Schorsch: Na gut. Aber ich denke mal, war damals ein großes Spektakel. da war man vielleicht mal... da war man vielleicht mal... Ich war auch überrascht, aber 8,50 ist es ja umgerechnet. meine, was sind heute 8,50 Das ist ein Döner.
Max Lindlar: Natürlich, natürlich, macht ja nur Spaß. Hätte ich aber gedacht, dass es günstiger wäre. Natürlich, klar, Ja, safe, hundertprozentig. Aber du kannst ja auch, wenn du jetzt, klar, natürlich, war jetzt nicht England gegen Schottland, aber wenn du ein Bundesligaspiel gucken willst, dann bezahlst du 14 Euro.
Schorsch: Ja, 8,50 ist jetzt nicht überraschend günstig, aber auch nicht überraschend teuer. Ist heutzutage ein Döner, also ich denke, man nichts nicht meckern über den Preis, aber man denkt ja immer, früher war alles so ultra billig in dem Fall. Umgerechnet wohlgemerkt. Ich weiß aber auch nicht, das habe ich mit KI recherchiert, ob das richtig umgerechnet hat und ich weiß auch, weiß auch nicht, was ein Schilling ist. Aber Max?
Max Lindlar: Ja. Ja, aber das kann nicht so, Wir gehen jetzt einfach mal davon aus, dass es richtig ist.
Schorsch: Damit sind wir im Groben eigentlich durch, aber das Spiel hat ja immer noch nicht so viel mit dem heutigen Fußball zu tun, beziehungsweise fehlen noch ein paar Meilensteine.
Max Lindlar: Ja. finde generell, hat sehr lange gedauert, der Fußball ist, so wie er heute ist. Ich finde 70er, 80er auch noch interessant, wie sie da rumgerannt sind.
Schorsch: Also, es hat... Ja, aber da war es ja im Grundsatz schon das Spiel von heute. Aber ich fand es eher interessant, dass man 500, 600 Jahre dieses Mobfootball-Ding durchgezogen hat und dann erst auf die Idee kam, dass das Ganze vielleicht auch zivilisiert und ohne Tod, Mord und Totschlag geht.
Max Lindlar: Ja, ja, trotzdem anders. Meinen finde ich. Hmm? Einmal ein halbes Jahr tausend. Selber gepenigt.
Schorsch: Ja, aber jetzt sind wir beim ersten offiziellen Länderspiel gewesen und ich wollte dir jetzt einfach nur im Schnelldurchlauf mal ein paar Meilensteine der anschließenden Fußballgeschichte noch vortragen, die das Spiel ein bisschen ähnlicher zum heutigen modernen Fußball gemacht haben. ja, hier die schnelle Timeline, wie der Sport etwas moderner wurde, nämlich 1891, das Tornetz und der Elfmeter.
Max Lindlar: Ja. Ich gespannt. Wichtig!
Schorsch: Ein Ingenieur namens John Brody aus Liverpool hatte keinen Bock mehr auf die ständigen Streitereien, ob der Ball drin war oder nicht. Und er findet kurzerhand das Tornetz, also Anpacker-Mentalität, Problem gesehen, Lösung erschaffen. Im selben Jahr wird auch der Elfmeter eingeführt, weil die Fouls vor dem Tor überhandnahmen.
Max Lindlar: Ganz wichtig, also der wichtigste Mann.
Schorsch: 1902, das genormte Spielfeld. Vorher war das oft nur ein Rechteck mit ein paar Fahnen. Erst 1902 werden der rechteckige Strafraum, unser geliebter 16er, der 5-Meter-Raum und der Elfmeterpunkt ganz offiziell auf dem Rasen gekalkt. Ab hier sieht der Platz von oben aus wie heute. 1904, Gründung der FIFA. In Paris setzten sich ein paar Funktionäre zusammen und gründeten den Weltverband, den internationalen Wildwuchs verschiedener Verbände zu strukturieren.
Max Lindlar: Hmm?
Schorsch: 1930, die erste Weltmeisterschaft. Die FIFA veranstaltet in Uruguay die allererste WM. Uruguay gewinnt. Das haben viele gar nicht auf dem Schirm, dass Uruguay Weltmeister ist und ich glaube, die wurden sogar nochmal danach.
Max Lindlar: Mhm. Mhm. Ja, ich Burgwai wurde noch öfter.
Schorsch: Zwei oder dreimal wurden dies. 1963, die Gründung der Bundesliga. Während die Engländer schon seit 1888 Profiliga spielen, dauern die Diskussionen bei uns ewig. Erst 1962 wird in Dortmund die Gründung geschlossen. Und 1963 rollt in der Bundesliga endlich der erste Ball. Und hier, Max, hör zu, hier muss man benennen, dass es vorher natürlich schon deutschlandweite Meisterschaften gab, aber die waren eher so strukturiert.
Max Lindlar: vor. Ja, ja, ja. Mhm.
Schorsch: dass man so Regionalligen oder Oberliggen hatte und dann wurde in einer Endrunde quasi der Meister ausgespielt. Aber die Bundesliga, wie wir sie heute kennen, gibt es erst seit 1963. Und auch die Bundesliga, wie wir sie heute kennen, kann man ab 1963 nicht so bezeichnen, weil natürlich die DDR noch fehlt. Die war dann erst ab 1991 oder 1992, halt nach dem Fall der Mauer, am Start. Und die DDR an sich hatte auch eine eigene Liga.
Max Lindlar: Ja, ja, ja. Mhm.
Schorsch: und hat sozusagen einen DDR-Meister ausgespielt. Und Max, jetzt kommt was, das hat mich überrascht, dass es erst so spät dazu kam. Nämlich 1970 gelbe und rote Karten.
Max Lindlar: noch. Ja, ich wusste, dass das relativ spät war,
Schorsch: Bei der WM 1966 gab es massive Sprachbarrieren und Chaos bei Platzverweisen, weil Spieler den Schiri nicht verstanden haben. Der englische Schiedsrichter Ken Astin steht danach an einer Verkehrsampel und hat die Erleuchtung. Gelb für Warnung, rot für Stopp. Bei der WM 1970 in Mexiko werden die Karten dann zum allerersten Mal eingeführt. So und damit bin ich mit meinem Vortrag durch.
Max Lindlar: Auf jeden Fall sehr vieles. Aber hast du mir jetzt noch eine vierte Frage? Okay, okay.
Schorsch: Jetzt, das kommt jetzt noch, bin ich mit meinem Vortrag durch. Und zwar Max, ich kenn dich ja mittlerweile ein bisschen und weiß auch, dass du ein großer FC Bayern München Fan bist. Und darum hab ich mir gedacht, stelle ich dir doch zuallerletzt eine Frage zum FC Bayern München, wo du dich als Superfan beweisen kannst. Aber ich glaube, die ist machbar. Die ist, äh, die ist machbar, die Frage. Wann wurde der FC Bayern München gegründet?
Max Lindlar: Ja. Historisch... ⁓ nein! Okay, Superfan ist... Ja, okay, wir schauen jetzt einfach mal. Mhm, super.
Schorsch: a. 1899 b. 1900 c. 1903 d. 1905
Max Lindlar: Also ich weiß auf jeden Fall, dass es nicht einer der früheren, also der ersten Vereine war. Ich glaube es ist sogar... ⁓ man, ich hasse... Warum? Warum? 1903.
Schorsch: Weh, weh, weh.
Max Lindlar: mein Gott, fünf?
Schorsch: Es war 1900 und zwar habe ich gedacht so größere, weil Bayern wurde erst letztes Jahr 125 Jahre alt.
Max Lindlar: Ja, das ist noch gar nicht so lange her. Natürlich, die haben letztes Jahr 125 Jahre Trikot
Schorsch: Ich hätte gedacht, das weißt du. Also, die hab ich gedacht, die hast du selbst richtig. Naja, aber Max, jetzt ist mir ja auch ein Fehler hier unterlaufen. Und zwar hab ich eine Frage drin gehabt, die ich dann eben der Bearbeitung des Skriptes wieder rausgelöscht haben. So kommen wir insgesamt nur auf vier Fragen statt der fünf. Und damit das jetzt hier nicht komplett peinlich wird, schenk ich dir die 100 Punkte. Und würde sagen, du machst dann im nächsten, in der nächsten Folge...
Max Lindlar: Ja, ich auch. Ich absolut gebrochen.
Schorsch: Achtest du drauf, dass fünf Fragen im Skript drin sind? Aber ist, glaube ich, auch gar nicht so schlimm, dass jetzt hier in der ersten Folge nicht alles 100 % richtig war. Wir tasten uns ja ran. Hab ja jetzt das erste Mal so ein Skript geschrieben. Und ich bin sehr drauf gespannt, wie du das dann in der nächsten Folge händeln wirst.
Max Lindlar: Komm schon, weißt du es. muss ich auch eine letzte Frage haben, die dich nochmal... bloß stellt. Oh Mann ey. Es geht mir richtig auf den Sack, dass ich das jetzt weiß.
Schorsch: Ich glaube, hätte ich dir eher eine Offenheimfrage stellen sollen.
Max Lindlar: Njjjj Ja ja anscheinend schon anscheinend schon das hätte ich das hätte ich gewusst aber da wird auch die gründungszahl öfter genannt
Schorsch: Also Max, ich fasse nochmal zusammen. Der Multiplikator durch die Schätzfrage war mal eins. Ich habe nur vier Fragen gestellt. Du hast vier falsch beantwortet. Die fünfte Frage, weil ich die vergessen habe, gibt es 100 Gratispunkte mal eins. Also Max führt unser Duell mit 100 Punkten derzeit an. Und ich würde auch sagen, damit hat sich es im Prinzip mit der Folge. Ich hoffe...
Max Lindlar: Ich weiß Ja, sehr interessant auf jeden Fall. Also Joshua hat schon sehr gut recherchiert. Sehr interessant. Wusste ich auch nicht, dass es bis nach China zurückreicht, die Geschichte des Fußballs. Aber, so wie wir gesagt haben, mehr Menschen sind dazu gemacht anscheinend Sachen mit dem Fuß zu treten. Deswegen, ja, auf jeden Fall sehr, coole Geschichte.
Schorsch: Denke ich auch und vielleicht auch bisschen nachvollziehbar, wie das sich über die Jahrhunderte ändert. Ich denke bei so etwas immer an Sprache. Sprache ändert sich vielleicht am schnellsten, wenn du überlegst, wie Großeltern reden, wie Eltern reden und wie wir reden. Und so ist es halt auch mit zu spielen. Die Ausnahme ist vielleicht dieser Mob Football, der ist halt einfach 500, 600 Jahre gleich geblieben. Aber vielleicht weil das Leben auch 500, 600 Jahre einfach nur frustbehaftet war.
Max Lindlar: Mhm. Ja, gutes Beispiel. Genau, da hat sich halt keiner darüber Gedanken gemacht, wie können wir oder hat es jetzt irgendeinen Unterhaltungsfaktor, sondern es war halt einfach nur dafür da, seinen Frust rauszulassen, so wie wir vorhin gesagt haben. Heftig.
Schorsch: Auf jeden Fall Recherche hat mir Spaß gemacht, Folgeschreiben hat mir Spaß gemacht und vor allem die Aufnahme hat mir Spaß gemacht. Also ich freue mich auf die nächste Folge, ich hoffe du auch.
Max Lindlar: Ja, ebenso, ebenso. So was von?
Schorsch: Die fünf Leute, die die Folge hören, sollen mal in die Kommentare schreiben, was sie darüber denken. Und Max, dann würde ich sagen, wir bedanken uns bei den Zuhörern. Ich bedanke mich bei dir fürs Zuhören und...
Max Lindlar: Genau. Ja, wohl. bedanke mich bei dir fürs Konstruieren der Gefolge.
Schorsch: Gerne doch und dann hören wir uns in der nächsten Folge wieder. Bis dann, macht's gut.
Max Lindlar: Jawoll. Ciao.
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